Mediation

Was ist Mediation?

„Vermittlung im Konflikt”

Mediation bedeutet: “Vermittlung im Konflikt”, ein Verfahren, das in unterschiedlichen Variationen schon seit Jahrhunderten Anwendung findet. Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Mediation als außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren auch in Deutschland wiederentdeckt worden.

Bei diesem kooperativen Streitbeilegungsverfahren werden Sie von mir als neutrale, speziell ausgebildete Person bei der gemeinsamen Lösungsfindung begleitet und geführt. Mit geeigneter Methodik, ohne inhaltliche Vorgaben anzubringen, sorge ich für eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und gebe “Hilfe zur Selbsthilfe”.

Bedeutend bei der Mediation ist die Zielorientierung, Fallbezogenheit aber auch die Flexibilität im Verfahren und eine nichtöffentliche Alternative zum Gerichtsverfahren. In dem Wechselspiel zwischen Selbstbehauptung und gegenseitiger Kooperation der Parteien entsteht der Raum für einen selbständigen Konsens und zukunftsorientierte Lösungen.

Voraussetzung ist, dass die beteiligten Parteien übereinstimmend an einer außergerichtlichen Lösung interessiert sind. Einleitung, Inhalte und Ausgang des Verfahrens bestimmen die Parteien. Ziel ist es, eine Vereinbarung zu erarbeiten, die alle Beteiligten verbindlich anerkennen und umsetzen.

Wo ist Mediation Sinnvoll?

Mediation ist grundsätzlich in allen Lebenssituationen anwendbar. So gibt es Wirtschaftsmediatoren oder wie ich, Mediatoren die sich in der privat-rechtlichen Mediation weitergebildet haben.

Insbesondere im Bereich des Familienrechts biete ich Mediation an. Im Streit um Unterhalt oder Umgangsrechte (Sorgerecht) können Lösungen gemeinsam erarbeitet werden oder auch um die Folgen der Trennung/Scheidung einvernehmlich zu klären.

Auch bei Generationskonflikten oder Nachbarstreitigkeiten kann die Mediation eine sinnvolle Alternative zum Gerichtsverfahren sein.

Immer dort wo die Beteiligten auch in Zukunft weiter mit einander leben, arbeiten oder entscheiden müssen, sollte neben der Möglichkeit vor Gericht zu gehen, auch ein Mediationsverfahren in Betracht gezogen werden.

Grundvoraussetzung für eine gelungene Mediation sind immer die Beteiligten. Alle Beteiligten müssen sich auf das Verfahren einlassen wollen.

Trotz anscheinender Ausweglosigkeit kann innerhalb des Mediationsverfahrens eine schnelle, kostengünstige und für alle akzeptable Lösung erarbeitet werden.

Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?

Das Verfahren wird in fünf Phasen unterteilt.

  • Phase I

Zunächst muss Vertrauen zwischen allen Beteiligten aufgebaut werden. Ziel ist zunächst die Schaffung einer Gesprächsatmosphäre, die es den Konfliktparteien ermöglicht, sich auf den weiteren Prozess gut einlassen zu können.

Die Aufgabe des Mediatoren ist es, den Medianten, das Verfahren und seine Vorteile vorzustellen, die eigene Rolle zu erläutern und sich das Einverständnis zu den für die Mediation verbindlichen Umgangsformen einzuholen.

  • Phase II

In dieser Phase wird geklärt, worüber zwischen den Parteien Uneinigkeit und worüber Einigkeit besteht. In einer Sammlung werden dabei die klärungsbedürftigen Themen beider Seiten gesammelt. Mit Unterstützung des Mediators wird festgelegt, in welcher Reihenfolge die Themen bearbeitet werden, welche Tatsachen offen zu legen und welche Informationen beizubringen sind.

  • Phase III

Hinter jedem Konflikt liegen Bedürfnisse, Wünsche, Interessen und Ziele der Beteiligten. Aufgabe in dieser Phase ist es, dies zu ermitteln. Einerseits durch „aktives Zuhören“ aber auch andererseits durch „Nachfragen“ zu unterstützen. Die Hintergründe des Konfliktes müssen erkannt und verstanden werden.

  • Phase IV

In dieser Phase werden die Lösungsideen zusammengetragen und nach einer konsensualen Lösung gesucht. Auch hier wird der Mediator bei der Lösungsfindung unter der Prämisse der Enthaltsamkeit bezüglich eigener Lösungsvorschläge unterstützen.

  • Phase V

Den Abschluss des Verfahrens bildet die Phase V. Sie dient der Erstellung der schriftlichen Lösungsvereinbarung.

Was sind die Vorteile eines Mediationsverfahren?

  • Eigenverantwortlichkeit, Selbstbestimmtheit

Nicht ein Richter oder ein Dritter entscheidet, sondern die Beteiligten (Medianten) erarbeiten unter Mithilfe des Mediators eine eigene Lösung des Konflikts. Die Beteiligten werden aktiv in das Verfahren eingebunden. Nicht nur die Selbstverantwortung, sondern auch das Selbstvertrauen wird gestärkt. In der Mediation gibt es keinen Verlierer, sondern es wird eine für jeden Beteiligten vertretbare Lösung gefunden. Die Würde und Achtung der Beteiligten bleibt gewahrt und die Beziehung der Beteiligten wird nicht zerstört.

  • Interessengerechtigkeit

Im Gegensatz zum gerichtlichen Verfahren, sind nicht nur abstrakte juristische Standpunkte für die Lösung entscheidend, sondern allein die konkreten Interessen der Parteien. Maßgebliche Ansprüche werden durch Bedürfnisse ersetzt.

  • Zeitfaktor

Gerichtsverfahren über mehrere Instanzen können Jahre dauern. Das Endergebnis ist nicht selten offen. Im Gegensatz dazu kommt man in der Mediation überraschend schnell zu einer Lösung. Die getroffenen Vereinbarungen haben meist langfristig Bestand. Falls die Situation es erfordert, kann eine Mediation auch Jahre später wieder aufgenommen werden.

  • Vertraulichkeit

Die Mediation läuft vollkommen privat unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Es dringt nichts nach außen. Gerichtsverfahren sind grundsätzlich öffentlich, mit Ausnahmen vor allem im Familienrechtsverfahren.

  • Freiwilligkeit

Die Teilnahme an einer Mediation ist stets freiwillig. Es besteht kein Zwang zur Einigung oder Versöhnung. Die Mediation kann jederzeit beendet werden. Im Gerichtsverfahren besteht diese Dispositionsfreiheit nicht.

  • Kosten

Die Kosten werden vor dem Beginn der Mediation ausführlich besprochen. Die Kosten sind kalkulierbar, überschaubar und liegen regelmäßig weit unter den Kosten eines Klageverfahrens. Das Prozesskostenrisiko (Gerichtskosten, eigener Anwalt und Gegenanwalt) entfällt.

  • Wie viel kostet ein Mediationsverfahren?

Die Kosten für ein Mediationsverfahren bleiben übersichtlich, da eine für alle Seiten akzeptable Lösung meist nach wenigen Terminen erzielt wird. Die Beteiligten legen die Kostenverteilung gemeinsam fest. In der Regel teilen sich die Konfliktbeteiligten anteilig die Kosten des Mediators, der auf Stundenbasis abrechnet.

Mediator oder Anwalt

Die Tätigkeitsgebiete schließen sich nicht aus. In einem Erstgespräch muss gemeinsam besprochen werden, ob Sie mich als Mediatorin oder Anwältin beauftragen wollen.